Magic Girls
Saison 2006-2007

Cowboy & Indianer

Trainer: Melanie Pingen-Müller
Betreuer: Alex Braun

Mit der Saison 2006/2007 eröffnen die Magic Girls ihre Bühnen-Chronik mit einem Motto, das zwei Welten aufeinandertreffen lässt: den Wilden Westen und die weite Prärie. „Cowboy und Indianer" ist die erste große Themenshow der Gruppe und legt damit den Grundstein für das, was die Magic Girls bis heute ausmacht – aufwendige Kostüme, eine klare Geschichte und Choreografien, die mehr erzählen als nur Schritte aneinanderzureihen.

Die Show teilt die Tanzfläche in zwei Lager. Auf der einen Seite die Saloon-Welt: Fransenkleider, Stiefel mit Sporen, Cowboyhüte und der Staub der Postkutschenstraßen. Auf der anderen Seite eine Hommage an die Naturverbundenheit der Prärie, mit Federschmuck, warmen Erdtönen und Mustern, die von Trommelrhythmen begleitet werden. Zwischen diesen beiden Welten entfaltet sich die Choreografie wie ein Duell, das nie wirklich eskaliert, sondern sich Schritt für Schritt in ein gemeinsames Fest verwandelt. Genau dieser Spannungsbogen – vom Gegeneinander zum Miteinander – ist das erzählerische Herzstück der Show und macht sie bis heute zu einer der prägenden Mottos der frühen Magic-Girls-Jahre.

Musikalisch bewegt sich die Show zwischen treibenden Westernklängen und percussion-lastigen Rhythmen, die den Trommelschlag der Prärie aufgreifen. Die Choreografie wechselt bewusst zwischen zwei Bewegungssprachen: schnelle, kantige Stepp- und Linedance-Elemente auf der Cowboy-Seite, fließende, erdverbundene Bewegungen mit ausgeprägter Armarbeit auf der anderen. Erst im Finale verschmelzen beide Stile zu einer gemeinsamen Formation – ein Bild, das dem Publikum in Erinnerung bleibt und das Motto der Saison auf den Punkt bringt: Unterschiede sind kein Hindernis, sondern der Ausgangspunkt für ein starkes gemeinsames Bild.

Für die Magic Girls war diese Saison ein Test, wie weit sich ein Kostümthema tragen lässt, ohne dass die Tanzqualität darunter leidet. Die Antwort fiel eindeutig aus: Cowboy und Indianer wurde zum Startpunkt einer Tradition, die die Gruppe seither Jahr für Jahr fortschreibt – ein neues Motto, eine neue Geschichte, eine neue Bühnenwelt. Rückblickend markiert diese Show den Moment, in dem aus einer Tanzgruppe ein Ensemble wurde, das Themenshows als festen Bestandteil ihrer Identität begreift.

Wer die Chronik der Magic Girls von Anfang an verfolgt, erkennt in dieser ersten Saison bereits viele Elemente wieder, die später zum Markenzeichen wurden: der klare erzählerische Bogen, der bewusste Kontrast zwischen zwei Bühnenwelten und die Idee, ein Kostümthema nicht nur zu tragen, sondern tänzerisch zu übersetzen. Cowboy und Indianer steht damit nicht nur für den Auftakt der Show-Chronik, sondern auch für den Beginn einer Herangehensweise, die die Magic Girls bis in die aktuellen Saisons hinein prägt.

Auch organisatorisch ist diese erste Saison prägend: Mit „Cowboy und Indianer" etabliert sich der jährliche Rhythmus, der die Magic Girls bis heute begleitet – Motto festlegen, Kostüme entwickeln, Choreografie erarbeiten und die Show rechtzeitig zur Karnevalssession auf die Bühne bringen. Dieser Ablauf, der in der Rückschau selbstverständlich wirkt, musste 2006/2007 erst gefunden werden, und viele der Entscheidungen aus dieser Saison – etwa die enge Verzahnung von Kostümkonzept und Choreografie – wirken bis in die heutige Arbeitsweise der Gruppe hinein.
Die Saison 2006/2007 zeigt außerdem, wie sehr Karnevalsshows von der Kraft eines guten Kontrasts leben. Zwei visuell und musikalisch gegensätzliche Welten treffen aufeinander, reiben sich aneinander und finden am Ende zu einem gemeinsamen Bild zusammen. Dieses Prinzip – Spannung aufbauen, Gegensätze zeigen, im Finale auflösen – zieht sich seither wie ein roter Faden durch viele spätere Mottos der Magic Girls, von historischen Themen bis zu fantastischen Bühnenwelten.

Für alle, die die Magic Girls seit den Anfängen begleiten, bleibt „Cowboy und Indianer" deshalb mehr als nur die erste Zeile der Chronik. Sie ist der Beweis, dass ein starkes Motto, konsequent umgesetzt, den Unterschied zwischen einer netten Karnevalsdarbietung und einer echten Bühnenshow ausmacht – ein Anspruch, dem die Magic Girls seit dieser Saison treu geblieben sind.