Magic Girls
Saison 2008-2009

Köln

Trainer: Melanie Pingen-Müller
Betreuer: Alex Braun

Nach zwei fantasievollen Themenwelten kehren die Magic Girls in der Saison 2008/2009 mit dem Motto „Köln" ganz bewusst nach Hause zurück. Statt eines fernen Wilden Westens oder einer symbolischen Welt zwischen Himmel und Hölle steht diesmal die eigene Heimatstadt im Mittelpunkt – mit all ihren Facetten, ihrer Geschichte und vor allem ihrem Karnevalsherz.

Die Show ist eine Liebeserklärung an Köln als Karnevalsmetropole. Kostüme und Bühnenbild greifen typische Kölner Motive auf: die Farben Rot und Weiß, Anklänge an die Kölner Dom-Silhouette, an Rheinromantik und an die unverwechselbare Symbolik des rheinischen Frohsinns. Statt eines fantastischen Motivs steht hier die eigene Identität im Zentrum – ein Wagnis, das sich auszahlt, weil das Publikum sich in dieser Show unmittelbar wiedererkennt.

Choreografisch nutzt „Köln" die Gelegenheit, die Bandbreite der Gruppe zu zeigen. Klassische Gardetanz-Elemente treffen auf moderne Formationen, schnelle Beinarbeit wechselt sich mit großen, raumgreifenden Gruppenbildern ab, die die Weite und Offenheit der Stadt am Rhein einfangen sollen. Musikalisch bewegt sich die Show zwischen bekannten Kölner Karnevalsklängen und modernen Arrangements, die diese vertrauten Melodien neu interpretieren – ein Balanceakt zwischen Tradition und eigenem tänzerischem Ausdruck, der die Show zugänglich und gleichzeitig eigenständig macht.

Für die Magic Girls markiert diese Saison einen wichtigen Schritt in der eigenen Positionierung. Während die ersten beiden Shows universelle, weltweit verständliche Motive bedienten, zeigt „Köln", dass die Gruppe auch regional verwurzelte Themen mit der gleichen Sorgfalt und dem gleichen choreografischen Anspruch umsetzen kann. Es ist ein Bekenntnis zur eigenen Herkunft – und gleichzeitig ein Signal an das Publikum vor Ort, dass die Magic Girls ihre Wurzeln kennen und feiern.

Die Show lebt außerdem von einem starken Gemeinschaftsgefühl. Wo andere Mottos eine fremde Welt auf die Bühne bringen, holt „Köln" das Publikum direkt ab: bekannte Wahrzeichen, vertraute Klänge und die unverkennbare rheinische Leichtigkeit sorgen für eine besondere Nähe zwischen Tänzerinnen und Zuschauern. Diese Verbindung wird durch bewusst eingebaute Mitmach-Momente in der Choreografie verstärkt, die das Publikum aktiv einbeziehen und die Grenze zwischen Bühne und Saal für einige Momente auflösen.

Rückblickend zeigt diese Saison, wie flexibel das Konzept der Themenshow ist. Ob fantastische Welt oder reale Heimatstadt – entscheidend ist nicht das Motiv selbst, sondern wie konsequent es choreografisch, musikalisch und optisch durchdacht wird. „Köln" beweist, dass auch ein vertrautes, scheinbar naheliegendes Thema eine eigenständige und mitreißende Show ergeben kann, wenn man es mit dem gleichen Anspruch angeht wie ein fantastisches Motto.

Für die Chronik der Magic Girls bleibt diese Saison ein besonderer Fixpunkt: Sie zeigt die Gruppe von ihrer bodenständigsten und gleichzeitig herzlichsten Seite. „Köln" steht dafür, dass die Magic Girls nicht nur Geschichten erzählen können, die weit von der eigenen Realität entfernt sind, sondern auch die eigene Heimat mit Stolz, Humor und tänzerischer Präzision auf die Bühne bringen. Diese Verbindung aus Heimatverbundenheit und Bühnenqualität macht „Köln" bis heute zu einem der emotionalsten Kapitel der Show-Chronik.

Nicht zuletzt eröffnet diese Saison auch neue Möglichkeiten für den Austausch mit anderen Kölner Karnevalsgruppen und Veranstaltern: Ein Motto, das die eigene Stadt feiert, schafft automatisch Gesprächsstoff und Verbundenheit mit dem lokalen Publikum, das sich in den Kostümen und Klängen unmittelbar wiederfindet. Diese enge Bindung an die Kölner Karnevalslandschaft, die mit dieser Show erstmals so deutlich gesucht wird, bleibt seither ein wiederkehrendes Element im Selbstverständnis der Magic Girls als Teil der rheinischen Karnevalskultur.

So bodenständig das Motto auf den ersten Blick wirkt, so anspruchsvoll bleibt die choreografische Umsetzung: Bekannte Melodien neu und eigenständig zu interpretieren, verlangt mehr Fingerspitzengefühl, als ein völlig fremdes Thema zu bebildern, bei dem es keine festen Erwartungen des Publikums gibt.

Fotos

Fotogalerie