Magic Girls
Saison 2016-2017

Herzdame

Trainer: Melanie Pingen-Müller
Betreuer: Alex Braun

Für die Saison 2016/2017 wählen die Magic Girls mit „Herzdame" ein Motto, das Eleganz, Spielfreude und eine Prise Rätselhaftigkeit vereint. Angelehnt an die Bildwelt des Kartenspiels und die Figur der Herzdame entsteht eine Show, die zwischen höfischer Grandezza und dem verspielten Nervenkitzel eines Glücksspiels changiert – herrschaftlich und verführerisch zugleich.

Die Kostümwelt setzt auf ein klassisches Rot-Schwarz-Weiß, ergänzt durch herzförmige Details, Spielkarten-Muster und barock anmutende Verzierungen, die an Königinnen und höfisches Zeremoniell erinnern. Diese Farbwahl schafft einen hohen Wiedererkennungswert und sorgt gleichzeitig für starke visuelle Kontraste auf der Bühne, die auch aus der Distanz klar erkennbar bleiben. Details wie Fächer, Spielkarten-Requisiten und aufwendige Kopfschmuck-Elemente verstärken den Eindruck einer Welt, in der jede Bewegung Teil eines großen Spiels ist.

Choreografisch lebt „Herzdame" von einem Wechselspiel aus kontrollierter Eleganz und plötzlichen, überraschenden Wendungen – ganz im Sinne eines Kartenspiels, bei dem sich das Blatt jederzeit drehen kann. Formationen bauen sich mit höfischer Präzision auf, werden dann durch unerwartete Tempowechsel und spielerische Einzelmomente aufgebrochen, bevor sie sich wieder zu einem geordneten, majestätischen Gesamtbild zusammenfügen. Dieses Prinzip von Kontrolle und Überraschung macht die Choreografie besonders spannend zu verfolgen.

Musikalisch verbindet die Show klassische, fast höfisch anmutende Klangelemente mit modernen, treibenden Beats – ein Kontrast, der die Doppelnatur der Herzdame als traditionsreiche und gleichzeitig zeitlose Figur unterstreicht. Immer wieder setzt die Musik kurze, dramatische Pausen, die an das Umdrehen einer entscheidenden Spielkarte erinnern und der Choreografie zusätzliche Spannungsmomente verleihen.

Inhaltlich spielt die Show mit der Doppeldeutigkeit der Herzdame: Sie steht für Herrschaft und Kontrolle, gleichzeitig aber auch für Herz, Gefühl und die Unberechenbarkeit des Spiels. Diese Ambivalenz zwischen Kopf und Herz, zwischen Strategie und Emotion, gibt der Choreografie eine psychologische Tiefe, die über die reine optische Wirkung hinausgeht und der Show eine erzählerische Reife verleiht, die sich seit den Anfangsjahren stetig weiterentwickelt hat.

Für die Magic Girls war diese Saison auch eine Gelegenheit, klassische Eleganz mit spielerischer Leichtigkeit zu verbinden – eine Kombination, die sich deutlich von den kraftvollen, physisch fordernden Vorgängershows wie „Gladiator" oder „Fire" unterscheidet und die stilistische Vielfalt der Gruppe erneut unter Beweis stellt.

Optisch setzt die Show auf präzise choreografiertes Bühnenlicht, das gezielt einzelne Tänzerinnen hervorhebt, während die Gruppe im Hintergrund ein geschlossenes Bild hält – ein Spiel mit Fokus und Rahmen, das dem Kartenspiel-Thema visuell entspricht. Diese lichttechnische Inszenierung unterstreicht den Eindruck einer Bühne, auf der jederzeit eine neue Karte aufgedeckt werden könnte.

In der Chronik der Magic Girls steht „Herzdame" für eine Show, die Eleganz, Strategie und Emotion gekonnt miteinander verwebt. Sie zeigt, wie sich ein vergleichsweise abstraktes Motiv wie eine Spielkarte in eine vielschichtige, mitreißende Bühnengeschichte verwandeln lässt – ein weiteres Kapitel, das die kreative Bandbreite der Gruppe eindrucksvoll unterstreicht.

Auch dramaturgisch bringt diese Saison eine neue Erzähltechnik in das Repertoire der Magic Girls ein: Statt eines linearen Spannungsaufbaus arbeitet „Herzdame" mit bewussten Brüchen und überraschenden Wendungen, die das Publikum immer wieder neu fesseln. Dieses Prinzip der kalkulierten Überraschung, das hier erstmals so konsequent verfolgt wird, taucht in abgewandelter Form in mehreren späteren Shows der Gruppe wieder auf und zeigt, wie einzelne Saisons choreografische Ideen für die Zukunft prägen.

Auch die Requisiten-Arbeit gewinnt in dieser Saison an Bedeutung: Fächer und Spielkarten-Elemente verlangen zusätzliche Koordination innerhalb der Formationen und erweitern das technische Repertoire, auf das die Gruppe in späteren, requisitenreicheren Shows zurückgreifen kann.

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