Magic Girls
Saison 2017-2018

Kleopatra

Trainer: Melanie Pingen-Müller
Betreuer: Alex Braun

Mit der Saison 2017/2018 reisen die Magic Girls ins alte Ägypten und bringen mit „Kleopatra" eine der faszinierendsten historischen Figuren auf die Bühne: eine Herrscherin, die für Macht, Schönheit und Klugheit gleichermaßen steht. Die Show verbindet den Glanz einer antiken Hochkultur mit der Stärke einer Frau, die sich in einer von Männern dominierten Welt an die Spitze eines Reiches setzte.

Die Kostümwelt schöpft aus der reichen Bildsprache des alten Ägyptens: Gold, tiefes Blau und schimmerndes Türkis dominieren das Bild, ergänzt durch aufwendige Kopfschmuck-Elemente, geometrische Muster und Details, die an Hieroglyphen und Papyrus-Ornamente erinnern. Diese opulente Farbwelt macht „Kleopatra" zu einer der visuell prächtigsten Shows der bisherigen Chronik und knüpft an den Anspruch an Detailtreue an, den bereits „Gladiator" im Vorjahr gesetzt hatte.

Choreografisch verbindet die Show majestätische, raumgreifende Formationen mit fließenden, sinnlichen Bewegungssequenzen, die an ägyptische Tanztraditionen erinnern – ausgeprägte Armarbeit, präzise Kopfbewegungen und ein bewusst inszenierter, aufrechter Stand unterstreichen die königliche Ausstrahlung der Hauptfigur. Immer wieder tritt eine einzelne Tänzerin als Kleopatra selbst hervor, umgeben und getragen von der Formation ihres Hofstaates – ein Bild von Führungsstärke, die aus der Gemeinschaft heraus entsteht statt gegen sie.

Musikalisch verbindet die Show orientalisch inspirierte Klangelemente mit kraftvollen, orchestralen Passagen, die der Geschichte einen epischen, fast filmischen Charakter verleihen. Der dramaturgische Bogen führt von der ruhigen, würdevollen Präsentation der Herrscherin über spannungsgeladene Konfliktmomente bis hin zu einem triumphalen Finale, das Kleopatras Stärke und Selbstbestimmtheit in den Mittelpunkt stellt.
Inhaltlich steht die Show für weibliche Stärke, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, auch in einer herausfordernden Umgebung die eigene Position zu behaupten – ein Thema, das über die historische Figur hinaus eine zeitlose Botschaft transportiert und sich gut in das Selbstverständnis einer Tanzgruppe einfügt, die seit über einem Jahrzehnt Jahr für Jahr neue Herausforderungen meistert.

Für die Magic Girls war diese Saison auch eine Gelegenheit, mit besonders opulenten Kostümdetails und aufwendigem Kopfschmuck zu arbeiten, was choreografisch neue Anforderungen an Balance und Körperhaltung stellte. Diese technische Herausforderung wurde zu einem der prägenden Merkmale der Saison und zeigt erneut, wie sehr Kostüm und Choreografie bei den Magic Girls ineinandergreifen.

Optisch setzt die Show auf warmes, goldenes Licht, das die Bühne in eine Wüstenatmosphäre taucht und die metallischen Kostümdetails zum Strahlen bringt. Diese lichttechnische Inszenierung verstärkt den Eindruck von Reichtum und königlicher Pracht, der die gesamte Show durchzieht.
In der Chronik der Magic Girls markiert „Kleopatra" eines der optisch prächtigsten und inhaltlich stärksten Kapitel: eine Show, die historische Größe mit einer klaren, zeitlosen Botschaft über weibliche Stärke verbindet. Sie bleibt bis heute ein Beispiel dafür, wie die Gruppe historische Stoffe nutzt, um Werte zu transportieren, die weit über die Bühne hinausreichen.

Diese Saison zeigt außerdem, wie viel Recherche und Detailarbeit in ein überzeugendes historisches Motto fließen kann: Von der Farbwahl über die Musselin-artigen Stoffe bis zu den geometrischen Mustern orientiert sich die Show konsequent an der Bildsprache des alten Ägyptens, statt auf oberflächliche Klischees zurückzugreifen. Dieser Anspruch an historische Stimmigkeit, der bei „Kleopatra" besonders deutlich wird, bleibt seither ein Qualitätsmaßstab, an dem sich alle historisch inspirierten Shows der Magic Girls messen lassen müssen.

Auch die aufwendigen Kopfschmuck-Elemente hinterlassen bleibenden Eindruck: Die Erfahrungen aus dieser Saison im Umgang mit schweren, balanceanspruchsvollen Accessoires fließen direkt in die Vorbereitung späterer, ähnlich opulenter Kostümkonzepte ein. Diese Saison bleibt damit auch technisch ein Lehrstück darüber, wie viel zusätzliches Training nötig ist, sobald Kostüme selbst Teil der choreografischen Herausforderung werden.

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